10 Begriffe zur Digitalisierung des Gesundheitswesens

DVG, PDG, DSGVO und DiGa - dies sind nur einige der häufig genutzten Abkürzungen für Themen, Gesetze und Verordnungen, welche die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen beschreiben. Digitalisierung ist in aller Munde und spätestens seit Eintreffen des Corona-Virus nun auch in Deutschland ein öffentliches Thema. Wichtige Weichen wurden schon letztes Jahr mit Inkrafttreten regulierender Gesetze und Verordnungen gestellt. Vorbereitet wird die Digitalisierung des Gesundheitswesens aber bereits seit 2005 (mit der Gründung der gematik GmbH, die von Spitzenorganisationen des deutschen Gesundheitssystems gemäß gesetzlichem Auftrag zwecks Einführung, Pflege und Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitskarte beauftragt wurde). Wer sich mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen beschäftigt, dem fliegen die Buzzwords nur so um die Ohren. Aber was bringt uns eigentlich Digital Health? Und was wird in der elektronischen Patientenakte aufbewahrt? Und was haben eigentlich Start-ups mit dem Gesundheitswesen zu tun? Diese und andere Fragen beantworten wir mit unserer Liste der 10 wichtigsten Begriffe zur Digitalisierung des Gesundheitswesens und was sie beschreiben.   Los geht´s:

Digital Health

Wir fangen mit einem Begriff an, der in vielen Texten, Publikationen und Infografiken häufig als Oberbegriff verwendet wird. Die Digital Health Definition (auf deutsch “Digitale Gesundheit”) beschreibt die fachübergreifende Verbindung zwischen digitalen Medizin- und Gesundheitstechnologien in den Bereichen Gesundheit, Gesundheitsfürsorge, Leben und Gesellschaft. Digital Health beschäftigt sich mit der Verbesserung bzw. der Unterstützung von Gesundheit und Krankheit durch Entwicklung und Vernetzung von innovativen Technologien im Bereich Diagnose, Kommunikation und Hardware (Tracker, Sensoren etc.). Wichtig ist die Abgrenzung zu Digital Health Trends wie mHealth und eHealth. Diese beiden Begriff gehören zum Bereich Digital Health, sind aber weniger abstrakt. Während eHealth (Electronic Health) den Einsatz aller digitaler Technologien im Gesundheitswesen meint, beschreibt mHealth (Mobile Health) ausschließlich den Einsatz von mobilen digitalen Technologien.

InsurTech

Das Wort InsurTech wurde aus den englischen Wörtern “Insurance” und “Technology” zusammengesetzt. Es beschreibt die Entwicklung von speziell auf die Versicherungsbranche und deren Produkte abgestimmte Informations-, Speicherungs- und Anwendungstechnologien. InsurTechs positionieren sich als digitale Enabler in einem traditionellen Markt, um die etablierten Player in der Finanz- und Versicherungsbranche in ein neues Zeitalter zu transferieren. Dabei geht es um Technologien und neue datenbasierte Ansätze in der Kundenansprache, die im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung echten Innovationswert für die Kunden bieten Ein Bereich innerhalb der Versicherungstechnologie ist die “Health Insurance”. Dieser Bereich beschreibt die Nutzung von gesundheitsbezogenen Informationen aus bspw. mobilen Anwendungen zur individuellen Ausgestaltung von Versicherungsbeiträgen bzw. Incentivierung von gesundheitsbewusstem Verhalten. Häufig werden diese Technologien von Start-ups auf den Markt gebracht.

Digitale-Versorgungs-Gesetz (DVG)

Das im Dezember 2019 in Deutschland in Kraft getretene Digitale-Versorgungs-Gesetz (DVG) wurde vom Bundesministerium für Gesundheit initiiert und soll den Bürgern dieses Landes eine bessere Versorgung durch Innovationen und Digitalisierung zusichern. Im Kern wird das Gesetz durch drei Hauptthemen bestimmt. Zum Einen die Möglichkeit sich zukünftig speziell zertifizierte Gesundheits-Apps von einem Arzt/einer Ärztin als Rezept verschreiben zu lassen, außerdem die Bereitstellung einer elektronischen Patientenakte zur Speicherung aller relevanten Gesundheitsdaten (selbstverständlich unter Einhaltung aller nötigen Vorkehrungen zur Sicherung der Daten) und das Angebot der telemedizinischen Beratung mit sog. Videosprechstunden.

hih-Health innovation Hub: Bundesministerium für Gesundheit

Vom Bundesministerium für Gesundheit ins Leben gerufen, agiert der hih-health innovation hub germany als Vermittler, Unterstützer und Experte für alle Beteiligten im Wandel des deutschen Gesundheitswesens. Spätestens seit der Verabschiedung des Digitalen-Versorgungs-Gesetzes (siehe oben) ist deutlich, dass die Digitalisierung wesentliche Bestandteile des Gesundheitswesens verändern wird. Das hih hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Beteiligten bei der Anpassung und Einführung von Systemen zu unterstützen und den Weg für Innovationen durch Technologie zu ebnen.

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGa)

DiGa oder auch “App auf Rezept” ist einer der wesentlicher Bestandteile des DVG und dient dazu den Zugang zu digitaler Gesundheitstechnologie in Form von mobilen Anwendungen (Apps) im Rahmen des ersten Gesundheitsmarktes zu ermöglichen. Hersteller von DiGa können  die Zulassung beim Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beantragen. Es muss sich dabei um Medizinprodukt der Risikoklasse I oder IIa handeln. Insofern sie den strengen Kriterien der Prüfstelle standhält, kann die Anwendung ähnlich wie ein Rezept von einem Arzt/einer Ärztin verschrieben werden. Die Kosten trägt in dem Fall - genau wie bei einem Medikament - die Krankenkasse. Im DiGa-Verzeichnis findet man alle derzeit zugelassenen digitalen Anwendungen.

Telematikinfrastruktur (gematik)

Wir nähern uns dem Begriff zunächst, indem wir ihn auseinandernehmen. “Telematik” beschreibt die Verbindung der Telekommunikation und Informatik. Hängt man das Wort “Infrastruktur” dran, erhält man einen fachspezifischen Begriff, in welchem es um die digitale Vernetzung aller Akteure des Gesundheitswesens geht. Hier steht der vereinfachte und effiziente Austausch relevanter Gesundheitsdaten und medizinischer Informationen der Patienten im Vordergrund. Kernanwendung der Telematikinfrastruktur ist die elektronische Patientenakte.

elektronische Patientenakte (ePA)

Wie viele Akten jeder/jede von uns wohl schon in Arztpraxen angehäuft hat? Doch das soll schon bald der Vergangenheit angehören. Die elektronische Patientenakte ist die Antwort auf den Papierkram im Gesundheitswesen. Ab 2021 sollen alle gesundheitsrelevanten Informationen wie
  • Diagnosen
  • Therapiemaßnahmen
  • Behandlungsberichte
  • Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen (z. B. Zahnbonusheft)
  • elektronische Medikationspläne
  • elektronische Arztbriefe
  • und Notfalldatensätze
in einer digitalen Akte gespeichert werden können. Zugänglich sind die Informationen über die Versichertenkarte jedes einzelnen Versicherten. Dieses Angebot ist freiwillig und geschieht nicht ohne Einwilligung des Versicherten. Es dient nicht nur der Übersichtlichkeit und besseren Nachverfolgung der Gesundheitsgeschichte, sondern auch dem unmittelbaren Zugriff auf zum Teil lebenswichtige Informationen, die auch im Notfall über die richtige Behandlung entscheiden können.

eRezept

Wir haben weiter oben im Artikel schon über das DVG und eines der Bestandteile gesprochen: Die Möglichkeit für Videosprechstunden bei einem Arzt/einer Ärztin. Als logische Konsequenz wird nun das klassische Rezept für Medikamente, aber auch Heilmittelverordnungen (wie beispielsweise Physiotherapie) elektronisch verfügbar gemacht. Mit diesem eRezept kann man wie gehabt zur Apotheke gehen oder sogar online eine Bestellung aufgeben und sich die benötigten Medikamente bequem nach Hause liefern lassen. Das eRezept kann natürlich auch bei einem klassischen Besuch in einer Arztpraxis erworben werden.
Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDG) Wenn unsere Gesundheitsdaten nun elektronisch gespeichert werden - wer sorgt eigentlich dafür, dass diese Daten sicher und geschützt sind? Die Antwort darauf liefert das Patientendaten-Schutz-Gesetz. Hier sind die Regeln und Verordnungen zum Schutze individueller Patientendaten niedergeschrieben, an die sich Betreibende und Nutzende (Pflegepersonal, Apotheke, Krankenhäuser etc.) der Telematikinfrastruktur halten müssen.
 

Digitale Gesundheitsförderung und Prävention

Mit dem Einzug neuer Technologien und Innovationen zur Unterstützung und Wahrung eines gesunden Lebensstils, wie Wearables und Sensoren, hat auch die Gesundheitsprävention einen neuen, ganzheitlichen Ansatz erhalten, welcher den komplexeren Ansprüchen des “digitalen” Versicherten entgegenkommt. Mit incentivierenden Angeboten werden Versicherte zu mehr Bewegung und gesunden Verhaltensweisen motiviert und können von Ihrer Krankenkasse oder Versicherung belohnt werden. Solche digitalen Anwendungen helfen Gesundheit zu erhalten und Prävention unkompliziert in den Alltag jedes Versicherten zu integrieren. Erfahren Sie jetzt wie YAS.life Ihnen helfen kann Ihre Versicherten gesund zu halten und Prävention greifbar zu machen und sehen Sie in der unten stehenden Infografik, wie die drei wichtigsten Begriffe Digital Health, InsturTech und E-Health zu YAS.life passen. Hier finden Sie die Infografik in der deutschen sowie in der englischen Version zum Download.
B2B Newsletter

Jetzt YAS.life-B2B-Newsletter abonnieren

Lesen Sie exklusive Interviews, erhalten Sie spannende Einsichten in die Digital Health Branche und informieren Sie sich über YAS.life. Mit unserem B2B-Newsletter "PIONERE".

YAS.life für Ihr Unternehmen

Bieten Sie Ihrer Zielgruppe eine maßgeschneiderte Lösung für digitale Gesundheitsprävention als kostenloses Bonusprogramm. So fördern Sie mehr Bewegung und einen gesunden Lebensstil. Auf Grundlage unserer Erfahrung mit der YAS-App bieten wir Ihnen individuelle Lösungen an: ob für gesetzliche Krankenkassen, private Versicherungen oder im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements.
YAS.life für Unternehmen