Magnus im Gespräch mit Dr. Christian Macht

Magnus Kobel und Christian Macht in Berlin

„Ich bin mir sicher, dass auch die Versicherungsindustrie den Vorteil spezialisierter Zulieferer wie ELEMENT erkennen wird.“

Magnus und Christian haben viel gemein: Beide sind Pforzheimer, beide haben sich mit Leidenschaft Startups verschrieben. Beider Herzen schlagen für digitale Gesundheitsprodukte – und beide setzen sich für die Potenziale der Digitalisierung in der Versicherungsbranche ein. Mit Magnus hat Christian über seine Rolle bei ELEMENT und seine Vision gesprochen.

 

MAGNUS: Du bist Vorstandsvorsitzender bei ELEMENT. Das junge Technologieunternehmen ist das erste und einzige mit einer Lizenz der BaFin, die es ermöglicht, Erstversicherer für Schaden- und Unfallversicherung zu sein. Was macht Element anders, als vergleichbare InsurTechs oder bestehende Versicherungen und Krankenkassen?

 

CHRISTIAN: Als White-Label-Produktfabrik mit reinem B2B2X-Ansatz sind wir einzigartig auf diesem Markt. Mithilfe unser proprietären Produktplattform und unserer Versichererlizenz für Schaden- und Unfallversicherung können wir innovative Versicherungsprodukte innerhalb kürzester Zeit für unsere Partner entwickeln – für jede Branche und innerhalb von Wochen, nicht Monaten. Und das maßgeschneidert für die jeweiligen Zielgruppen.

 

MAGNUS: Du hast vor einem Jahr Deine Position als Berater und Investor an den Nagel gehängt und bist zu ELEMENT gewechselt, verantwortest dort die Leitung und strategische Ausrichtung. Wie konnte das Unternehmen bei Dir punkten?

 

CHRISTIAN: Neben dem Ansatz als Produktfabrik für Versicherungen hat mich das Team von ELEMENT überzeugt. Hier verbindet sich die Expertise aus Versicherungsindustrie, Technologie und Business – für mich die beste Voraussetzung für ein erfolgreiches Unternehmen in diesem Bereich. Was ich mir vor ELEMENT nie hätte denken können – ich bin gerne Versicherungsvorstand!

 

MAGNUS: Euer Sitz ist in Berlin. Was hat Berlin, was andere Städte nicht haben?

 

CHRISTIAN: Die boomende Startup-Branche hat aus Berlin einen interessanten
Standort auch für InsurTechs gemacht. Die Stadt ist begehrter Lebensmittelpunkt für nationale und internationale Talente, besonders im Bereich Technologie. Bei ELEMENT haben wir Mitarbeiter aus knapp 25 Nationen – ich weiß nicht, in welcher anderen deutschen Stadt das so selbstverständlich wäre. Neben Berlin haben wir außerdem noch Büros in Lübeck und Nürnberg.

 

MAGNUS: Was sind Deine drei Top Learnings in der Gesundheits- & Versicherungsbranche?

 

CHRISTIAN: Entgegen dem landläufigen Image, kann die Versicherungsbranche absolut spannend und innovativ sein. Die Industrie hat uns als junges Unternehmen nur selten als Disruptor verstanden, sondern weiß im Gegenteil den Mehrwert, den InsurTechs wie wir bieten, zu schätzen und zu nutzen. Schlussendlich kommt es aber immer auf das Team an: mit engagierten, kompetenten und erfahrenen Mitarbeitern ist auch das Unmögliche möglich.

 

MAGNUS: Könnte die Zusammenarbeit von Jungunternehmen, wie z.B. InsurTechs wie ELEMENT und etablierten Firmen und Versicherungen demnach künftig zur Regel und weniger zur Ausnahme werden?

 

CHRISTIAN: In anderen Branchen – am etabliertesten zum Beispiel in der Automobilindustrie – ist Arbeitsteilung gang und gäbe. Jeder macht das, was er am besten kann, niemand versucht, alles selbst abzubilden. Ich bin mir sicher, dass sich das auch in der Versicherungsbranche durchsetzen wird. Nur so sind digitale, kundenzentrierte und zukunftsfähige Produkte möglich.

 

MAGNUS: PKV trifft GKV: Wer die Entwicklung der digitalen Gesundheitsakte verfolgt hat, sieht, dass nun auch erstmals private und Kassen-Akteure zusammenarbeiten. Wie bewertest Du eine solche Zusammenarbeit, gerade im Bereich Digitalisierung?

 

CHRISTIAN: Technologie hat hier den Grund der Zusammenarbeit vordefiniert – und sie wird auch die Bausteine für zukünftige Kooperationen legen. Ich rechne fest damit, dass sich hier innerhalb der nächsten 10-15 Jahre viel im Bereich Digital Health tun wird. Als Außenstehender, wie ich mich im Bereich Krankenversicherung bezeichnen würde, erscheint es mir nicht unklug, dass dieser Fortschritt von mehreren Playern gemeinsam verarbeitet wird und Veränderungen in der Branche kooperativ herbeigeführt werden.

 

MAGNUS: Was waren in den vergangenen zwei Jahren die bedeutendsten Schritte, um die Digitalisierung der Branche voranzutreiben und wer waren entscheidende Akteure?

 

CHRISTIAN: Ich sehe nur in den USA wirklich gute Ansätze und Vorbilder – Livongo als Beispiel. Dort sind starke Kapitalgeber Treiber des Fortschritts – z.B. General Catalyst. Lass uns schauen, was sich hiervon in Deutschland etablieren kann!

 

MAGNUS: Du entwickelst selbst Versicherungsmodelle und unterstützt so Versicherungen, sich mit digitalen Angeboten auszustatten bzw. zu erweitern. Welche Hürden verhindern ein flächendeckendes Angebot an Digital Health und Digitaler Prävention derzeitig noch?

 

CHRISTIAN: In meiner Arbeit mit ELEMENT habe ich festgestellt, dass das, was wir dort machen, wirklich innovativ ist – teilweise arbeiten etablierte Versicherer noch mit Legacy-IT von vor Jahrzehnten. Das behindert natürlich die Entwicklung in diesem Bereich extrem. Hier setzen wir dann auch mit unseren volldigitalen Produkten an. Auf der anderen Seite sind die etablierten Versicherer aber auch sehr gut aufgestellt. Sie haben Kunden, Vertriebs-Know-How und einen hohen Trust in der Bevölkerung. Bei ELEMENT haben wir für den Sach- und Haftpflichtbereich einen sehr guten Lösungsvorschlag gefunden. Ich kann mir vorstellen, dass sich Ähnliches auch im Gesundheitsbereich durchsetzen könnte.

 

MAGNUS: Was wünschst Du Dir für die (nahe) Zukunft der Branche? Wo siehst Du unausgeschöpfte Potenziale?

 

CHRISTIAN: Die Branche schöpft bis dato kaum die Möglichkeiten aus, welche durch moderne Technologie geschaffen werden – zum Beispiel könnten Versicherungsprodukte viel stärker auf die Bedürfnisse spitzer Zielgruppen zugeschnitten werden. Wenn ich bis 2024 blicke, dann bin ich mir sicher, dass auch die Versicherungsindustrie den Vorteil spezialisierter Zulieferer wie ELEMENT erkennen wird – ein Konzept, welches in der Automobilindustrie bereits seit langem etabliert ist und gleichermaßen für die Branche funktionieren kann.

 

MAGNUS: Bei uns darf die Frage natürlich nicht fehlen: Wie bekommst Du es hin, gesund und ausgeglichen zu bleiben und Deiner Job-Leidenschaft trotzdem intensiv nachzugehen. Wie integrierst Du Pausen und Sport – und helfen Dir digitale Angebote wie unsere YAS App?

 

CHRISTIAN: Meine Wunschvorstellung wäre, nach dem Aufstehen erst einmal Yoga zu machen und vegan zu frühstücken. Dann würde ich am liebsten eine Stunde mit meiner Tochter spielen oder schwimmen gehen. In der Realität bin ich jedoch bereits um 8 Uhr an der Arbeit. YAS hilft mir dabei, dennoch nicht den sportlichen Ausgleich zu vergessen – ich war zum Beispiel überrascht davon, wie viele Schritte an einem Tag zusammen kommen, wenn ich auf Aufzüge und Auto verzichte!

 

MAGNUS: Mit wem würdest Du gern mal einen Tag tauschen?

 

CHRISTIAN: Nick Jacobsen, dem verrückten Kite-Stuntman oder Aaron Hadlow, einem 5-fachen Kite-Weltmeister. Ich habe keine Ahnung, wie sie machen, was sie machen. Das würde ich einmal gerne selbst erleben!

 

Über Dr. Christian Macht
Dr. Christian Macht kam am 01.05.2018 zu ELEMENT und ist Vorstandvorsitzender der White-Label-Produktfabrik. Zuvor hatte er mehrere Spitzenpositionen in der Digitalindustrie inne und war zuletzt als Berater und Investor tätig. Als CSO Europe bei dem Technologieunternehmen Rakuten und als Mitglied des Aufsichtsrates der Rakuten Europe Bank sowie zuvor als Managing Director bei einem Tencent/Groupon Joint Venture, hat er eine breite, internationale Expertise im Technologie- und Digitalbereich erworben.

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