Min-Sung Sean Kim im Interview

Venture Capitalist und Fund Advisor

“In Digital-Health-Startups steckt ein enormes Potential für die Gesundheit unserer Gesellschaft!”

Über Min-Sung Sean Kim

Min-Sung Sean Kim ist Experte für Venture Capital und digitale Gesundheit und ist als Fonds Advisor tätig. Als ehemaliger Unternehmensgründer kennt er die Herausforderungen und Schwierigkeiten beim Aufbau eines Business. Als Investor hat er in sowohl in Earlystage-, als auch in Laterstage-Unternehmen investiert, sowie sich an Venture Capital Fonds beteiligt. Im Rahmen seiner Investorentätigkeit war Min-Sung Partner eines in Berlin ansässigen Wagniskapitalgebers, welcher sich auf digitale Gesundheitsinvestitionen spezialisiert hat und später an der erfolgreichen Gründung des strategischen Wachstumsfonds beteiligt war. Das alles macht ihn zu einem wirklichen Branchenkenner. Die Chancen der Digitalisierung der Gesundheitsbranche sieht Min-Sung insbesondere in den positiven Auswirkungen für die Gesellschaft – die Trends und Innovationen in Deutschland und Übersee hat er dabei immer im Blick.

Magnus

Schon sehr früh hast Du Dich als Investor auf die Digital-Health-Branche fokussiert. Wie kam es dazu? Wann hast Du gemerkt, dass es sich hier zu investieren lohnt?

Min-Sung

Ich bin ein großer Fan von sozialer Verantwortung. Im Healthcare Bereich treffen zwei Welten zusammen, die auf mich einen großen Reiz ausüben. Zum Einen kann ich im ökonomischen Sektor tätig sein und zum Anderen kann ich mich hier gesellschaftlich engagieren. Als sich dann die Möglichkeit anbot mit XLHEALTH im Healthcare Bereich zu investieren, sah ich das enorme Potential, das die Startups für die Gesundheit der Gesellschaft haben können. Daher habe ich mich für diesen Weg entschieden.

Min-Sung Sean Kim

Magnus

Von der Pionierarbeit in Deutschland als Investor in Digital Health bis heute - was hat sich verändert?

Min-Sung

Die Teams sind mittlerweile keine “First Time“ Gründer mehr. Viele bringen gute Erfahrungen aus anderen Verticals mit (z. B. Operative Erfahrung bzw. Erfahrung mit Investoren). Darüber hinaus hat sich die Zahl der Investoren erhöht, die sich mit dem Thema Digital Health auseinandersetzen. Ebenso verstehen immer mehr Konzerne, dass Digitalisierung wichtiger wird und sie sich ein wenig öffnen müssen.

Min-Sung Sean Kim

Magnus

Im Hinblick auf das Digitale Versorgungsgesetz (DVG), das Anfang 2020 in Kraft tritt, wird sich in der Branche einiges ändern: Was bedeutet das für Startups im Digital Health-Bereich?

Min-Sung

Für qualitativ hochwertige Digital Health Startups vereinfacht das DVG die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung - ein längst überfälliger Schritt. Wirklich spannend und weltweit führend ist die dabei vorgesehene Qualitätsbewertung, bei der Anbieter einen positiven Versorgungseffekt erstmals auch mit echten Anwendungsdaten außerhalb klinischer Studien nachweisen können. Die Höhe der Erstattung hängt dabei vom tatsächlichen Behandlungsergebnis ab - ein Thema, dass für alle Leistungserbringer zunehmend entscheidend wird. Ich bin überzeugt, dass die kontinuierliche Bewertung und individuelle Anpassung der Behandlung ein Schlüsselelement der Gesundheitsversorgung der Zukunft ist - daher habe ich unter anderem in Thryve investiert, einen Spezialisten für die umfassende Messung von Gesundheit.

Min-Sung Sean Kim

Magnus

Ebenfalls mit dem Digitalen Versorgungsgesetz (DVG) dürfen Krankenkassen nun - um die Entwicklung digitaler Innovationen zu fördern - bis zu zwei Prozent ihrer Finanzreserven für Investments z. B. in Startups einsetzen. Stehen die Krankenkassen schon in den Startlöchern? Wie wird dies den Markt für Digital Health in Deutschland verändern?

Min-Sung

Viele Kassen hatten in der Vergangenheit bereits Möglichkeiten geschaffen mit Ventures zu kooperieren und vereinzelt zu investieren (Barmer, Healthy Hub). Das DVG schafft nun weit präzisere Möglichkeiten und Anreize, dies auszubauen und Kassen zeigen großes Interesse eben diese Möglichkeiten zu nutzen.

Es ist zu früh zu sagen, ob und wie dies den Markt für Digital Health prägen wird. Denn die detaillierten Rahmenbedingungen für Direktinvestitionen sind noch unklar - beispielsweise wie das Verlustrisiko der Kassen eingrenzbar ist und wie weit dies die Handlungsfähigkeit eines Venture Capital Vehikels einschränken wird. Wahrscheinlich werden Investitionen am Besten in den Bereichen funktionieren, bei denen Kassen aufgrund ihres Geschäftsmodells auch strategisch ein natürlicher Partner sind. Das gilt beispielsweise für das Feld der chronischen Krankheiten, deren Kosten Kassen tragen müssen oder für den Bereich der anonymisierten Verwendung von Daten aus digitalen Gesundheitsakten, welche Kassen ab 2021 allen Versicherten zur Verfügung stellen müssen. 2020 wird daher ein durchaus spannendes Jahr für unsere Szene! Ich freue mich drauf!

Min-Sung Sean Kim

Magnus

Du hast für die Allianz weltweit Investments in Digital Health getätigt. Mit Deinem internationalen Blick: Welche Trends zeichnen sich für die Digital-Health-Branche ab? Gibt es hier Unterschiede zwischen Deutschland, Europa und Übersee?

Min-Sung

In Amerika sind wir mit der Telemedizin weiter als in Europa. Obwohl hier auch Firmen wie Doctolib und Kry erhebliche Summen geraised haben. Durch die zunehmende Digitalisierung ist es möglicher von einer Fee-For-Service-Kultur in ein evidenzbasiertes Erstattungssystem zu kommen. Das wird in Europa nicht anders sein.

Min-Sung Sean Kim

Magnus

Woran machst Du fest, ob ein Unternehmen in der digitalen Gesundheitsbranche investitionswürdig ist? Auf welche Kriterien achtest Du besonders?

Min-Sung

Die Marktdynamik und der Revenue sind für mich wichtige Anhaltspunkte. Außerdem achte ich immer sehr stark auf das Team und deren Integrität, Kompetenz, Kompatibilität und Demut.

Min-Sung Sean Kim

Magnus

Woran machst Du fest, ob ein Unternehmen in der digitalen Gesundheitsbranche investitionswürdig ist? Auf welche Kriterien achtest Du besonders?

Min-Sung

Die Marktdynamik und der Revenue sind für mich wichtige Anhaltspunkte. Außerdem achte ich immer sehr stark auf das Team und deren Integrität, Kompetenz, Kompatibilität und Demut.
Min-Sung Sean Kim

Magnus

Ärgert man sich über nicht getätigte Investitionen?

Min-Sung

Definitiv. In manchen Fällen ist man aber auch froh nicht investiert zu haben.

Min-Sung Sean Kim

Magnus

Du bist auch Co-Founder von digitalhealthVC. Dort berichtet Ihr mit Eurem Newsletter "15min Digital Health Briefing" regelmäßig über die News und Insights der Digitalen Gesundheitsbranche. Was war in den letzten Monaten aus Deiner Sicht die Nachricht, die für Dich am spannendsten war?

Min-Sung

Ganz klar - vier Digital Health IPOs! Wurde langsam Zeit ;). Generell macht es Spaß, zu sehen, was so alles passiert, auch wenn es manchmal wirklich frustrierend ist. Digital Health ist halt doch noch Neuland, nicht nur in Deutschland, aber auch in Amerika und ganz Europa. Wenn ihr mehr davon lesen wollt, feel free to subscribe here: https://bit.ly/2LRaFh3

Min-Sung Sean Kim

Magnus

Du bist ja viel unterwegs. Was sind Deine Top 3 Dinge, durch welche Du nach einem Tag voller Termin wieder voll aufladen kannst?

Min-Sung

Spaziergänge mit meinem Labrador, ein gutes Frühstück mit meiner Frau und jeden Tag etwas Neues lernen. So lade ich meine Batterien auf.

Min-Sung Sean Kim

Magnus

Als Digital Health Enthusiast - welcher moderner digitaler Gadgets bedienst Du Dich und für welche Sportart?

Min-Sung

Ich bin ein großer Fan der Apple-Watch, da sie alle Aktivitäten (inkl. Schwimmen) misst. Außerdem hat eines meiner Laterstage Investments mit Apple eine Kooperation!

Min-Sung Sean Kim

Magnus

Und außerhalb der Gesundheitsbranche, digitalen Medien und Startup-Welt: Was begeistert Dich?

Min-Sung

Ich würde sehr gern wieder zu meiner Klavier Passion zurückfinden. Ich spiele seit meinem 6. Lebensjahr Klavier. Diese Passion habe ich seit ca. 5 Jahren verloren und wünsche mir sie mir wieder herbei.
Min-Sung Sean Kim

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