Unser Head of Product: Lena läuft sich mutig | YAS.life

Lena läuft sich mutig

Junge Frau läuft in den Sonnenuntergang.

Lena läuft sich mutig

Lena ist Head of Product unserer YAS App. Aber was macht man eigentlich als Head of Product? Speziell bei der YAS App: Ein Produkt bauen, das dazu motiviert gesünder zu leben und dabei Spaß zu haben. Dafür sorgen, dass aus den vielen Ideen des Teams, dem Kundenfeedback, den Designs der Grafiker und natürlich dem Coding der ITler ein Ganzes wird: Unsere YAS App.

Bevor Lena unser Head of Product wurde, war sie Unternehmensberaterin. Das stelle ich mir ungefähr so vor: Richtig viel Stress. Arbeit bis in den späten Abend. Viel zu viel Zeit mit den Kollegen. Ein Leben im Hotel aus dem Koffer. Kaum Zeit für die Menschen, die eigentlich wichtig sind. Wenig Raum, sich einfach mal fallen zu lassen.

Sag mal, Lena: Ist das ‘n totales Klischee, das ich da beschreibe? Wie war denn für Dich der Alltag als Unternehmensberaterin?
Gar nicht so weit weg von dem, was Du beschreibst: Montags bis Donnerstags habe ich tatsächlich immer aus dem Koffer gelebt. Man gewöhnt sich zwar schnell daran, allerdings muss man sich bewusst sein, dass dies eine eigene Welt und ein sehr spezieller Lebensstil ist. Die Arbeitswoche hat für mich meist schon Sonntagabend angefangen; mit Koffer packen, einchecken für den Flug am Montagmorgen und natürlich nochmal Mails checken. Unter der Woche bleibt man meist auch nach Feierabend noch im Arbeits-Modus und die Gedanken arbeiten schon die nächsten Punkte auf der To-Do-Liste ab: Also habe ich entweder noch gearbeitet oder mit meinen Kollegen Zeit verbracht. Ich habe so wirklich tolle Leute kennengelernt: Aber man verbringt auch eben den Großteil seiner Freizeit mit dem Team und damit letztlich auch mit der Arbeit. Richtig abzuschalten fällt da schwer.

Das Problem war glaube ich, dass ich damals noch kein richtigen Ausgleich gefunden hatte. Deshalb habe ich auch oft am Wochenende mein “Arbeitshirn” nicht ausschalten können. Dann habe ich aber das Laufen für mich entdeckt… damit habe ich allmählich gelernt mit Stress anders umzugehen.

Deswegen hast Du mit dem Laufen angefangen? Mit dem Ziel Stress besser zu managen?
Nicht direkt: Als ich endlich mal wieder ein ruhiges Wochenende in Berlin hatte, war eine Freundin aus Heidelberg zu Besuch. Sie hatte sich gerade für einen Halbmarathon angemeldet, da bin ich ins Nachdenken gekommen… Eigentlich war ich nur auf der Suche nach einem Grund, mal wieder regelmäßig Sport zu machen. Die Woche darauf habe ich mich beim gleichen Halbmarathon angemeldet. Ich hab allerdings nicht damit gerechnet, dass das Laufen mich so ausgleichen würde.

Lena läuft zum Start: Berliner Halbmarathon 2017

Lena am Start: Berliner Halbmarathon 2017

Hast Du das sofort gemerkt, als Du mit dem Laufen angefangen hast?
(Lacht) Na ja: Als erstes habe ich mich an so ein paar Muskelgruppen erinnert, die ich schon ganz vergessen hatte. Aber mit den regelmäßigen Läufen habe ich allmählich gemerkt, dass ich viel ruhiger wurde. Das Abschalten von der Arbeit fiel nach einem Lauf plötzlich viel leichter. Generell war ich besser gelaunt und meinem Alltag gegenüber positiver eingestellt. Die größte Veränderung hat echt im Kopf stattgefunden.

Jetzt bin ich aber echt neugierig: Wie ist denn das, wenn Du Laufen gehst… also die Momente, in denen der Stress abfällt?
Ganz grundsätzlich: Mit dem Laufen habe ich mir einen Raum geschaffen, in dem ich mich völlig frei bewegen kann. Ich will nicht meine Durchschnittsgeschwindigkeit in Kilometer vier und sechs um 25 Sekunden verbessern und im nächsten Training 35 Höhenmeter mehr einplanen. Sondern es geht für mich darum Zeit zu haben, in der ich mich bewege und gerade keinen Gedanken daran verschwenden muss, wie ich mich selbst verbessere. Denn das mache ich bereits genug im Job und in anderen Bereichen meines Lebens. Aber die ein bis zwei Stunden gehören einfach nur mir und meinen freien Gedanken, meiner Lieblingsmusik oder meinen Lieblingspodcasts.

Du hast trotzdem aber mit dem Ziel Halbmarathon angefangen?
Ja das stimmt… an den Punkt ohne Druck zu laufen, bin ich erst allmählich gekommen. Mich direkt für einen Halbmarathon anzumelden, obwohl ich noch nie mehr als 7km am Stück joggen war, war schon ein bisschen von der Performance her gedacht. Aber am Anfang habe ich den Druck gebraucht um meinen inneren Schweinehund zu besiegen. Ich hatte davor oft mal kurz angefangen mit dem Joggen und dann nach zwei Wochen wieder aufgehört. Ich brauchte so ein mittelfristiges Ziel um das Laufen zu einer Gewohnheit zu machen. Deswegen laufe ich auch jetzt noch jedes Jahr einen Halbmarathon. So bleibe ich am Laufschuh. Ich bin noch am überlegen in welcher Stadt ich nächstes Jahr laufen soll…

Allerdings muss ich mich auch heute immer wieder selbst daran erinnern, dass ich für mich selbst laufe, nicht um externen Erwartungen zu entsprechen. Wenn Leute mitbekommen, dass man beim Halbmarathon mitgelaufen ist, kommt meistens als erste Frage: “Und, wie schnell?” Dann atme ich einfach tief durch und sage, “Ja, der Lauf hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich werde nächstes Jahr wieder Laufen”. Ich bin beim Thema “langsam laufen” heute sehr selbstbewusst.

Joggingschuhe auf Asphalt in Yokohama: Lena läuft durch die Welt.

“Ein Laufoutfit passt in jeden Reisekoffer.”

Find ich klasse, dass Du so ohne Druck läufst. Trotzdem… was war für Dich denn der größte Erfolg beim Laufen? Vielleicht jenseits von Zielzeiten?
Na ja, eigentlich die Entscheidung mich beruflich neu zu orientieren. Laufen ist für mich halt einfach ne Form der Meditation, man kommt sich zu sich, und wird auch generell achtsamer. Das hilft auch Entscheidungen zu treffen. Unternehmensberatung ist zwar mit immer neuen Kunden, Städten, Kollegen und Themen super spannend, aber ich hab ab einem bestimmten Punkt einfach keinen Bock mehr gehabt auf einen so großen Teil meines Privatlebens zu verzichten. Ich hab mich auf die Suche nach einem Job gemacht, der mich herausfordert und mir gleichzeitig genügend Raum für mich selbst lässt. So bin ich dann bei YAS gelandet und Head of Product geworden.

Du bist von einem ziemlich sicheren Job in ein gerade entstehendes Startup gewechselt… war das nicht auch irgendwie beängstigend?
Nein, das war überhaupt nicht beängstigend für mich. Das Leben beginnt schließlich außerhalb der Komfortzone, nicht wahr?

(Lacht) Ich seh schon, warum Du eine Motivationsapp entwickelst. Aber war das nicht auf eine ziemliche Umstellung, von Unternehmensberatung auf Produktentwicklung?
Jein… was Projektmanagement angeht, habe ich schon eine ganze Menge mitgebracht. Natürlich habe ich mich besonders für die sehr speziellen Tech-Themen weiterbilden müssen. Das war am Anfang ganz schön intensiv. Aber es hat auch viel Spaß gemacht: Nachdem ich selbst bei mir so viel durchs Laufen verbessern konnte, hat mir die Idee gefallen ein Produkt zu entwickeln, das zu mehr Bewegung motiviert.

Und Laufen gehst Du noch immer, richtig?
Klar, das würde ich auch echt nicht mehr missen wollen. Das ist nach wie vor meine Auszeit, in der ich nicht erreichbar, nicht verfügbar bin. Außerdem habe ich mich in den letzten Jahren durch das Laufen zu einem kleinen Podcast-Junkie entwickelt. Ich höre zum Beispiel a16z um mich über Tech Trends zu informieren, How I built this und StartUp um mich aus der Startup Szene inspirieren zu lassen.

Eine Herausforderung ist für mich allerdings der Winter. Ich laufe nicht gerne im Dunklen und die Arbeitstage sind dann doch mal etwas länger. Zum Glück kann ich bei YAS flexibel arbeiten: Ich geh einfach in der Mittagspause laufen. Natürlich ist das nicht so schön wie im Sommer… ich laufe einfach so gerne in Wärme und Sonne. Aber wenn ich es dann erstmal raus schaffe…  bin ich danach einfach nur glücklich.

Eva Jasmin Thießen

 

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