Einfach im Flow: Yoga und Surf Retreats – YAS.life

Einfach im Flow: Yoga und Surf Retreats

Einfach im Flow: Yoga und Surf Retreats

Eigentlich ist Hendrik Thul Videographer. In Berlin. Ein bis zweimal im Jahr schlüpft Hendrik aber in eine ganz andere Rolle und lädt zu Yoga und Surf Retreats in Aourir ein, am marokkanischen Atlantik. Als Organisator, Ansprechpartner und einfach als guter Freund für jeden, der am soulswell Retreat teilnimmt. Aber wie kommt man als Videographer eigentlich dazu, Yoga Retreats zu organisieren? Und warum gerade in der Kombination mit Surfen? Ich habe mal nachgefragt…

Hallo Hendrik! Sag mal… Du arbeitest eigentlich als Videographer. Wie bist Du dazu gekommen Yoga und Surf Retreats zu organisieren?
Zum Yoga bin ich tatsächlich in den Bergen beim Snowboarden gekommen: Nach Ausbildung und Zivildienst habe ich mir erst mal zwei Jahre Auszeit genommen – ich habe in einer Küche auf einer kleinen Skihütte gejobbt und bin Snowboard gefahren. Irgendwann habe ich mir den Rücken ziemlich gestaucht und dann mit Yoga angefangen. Entspannendes, meditatives Yoga. Damals war das für mich absolutes Neuland. Mein Rücken hat sich dadurch wieder vollkommen erholt – und ich bin beim Yoga geblieben.

Zurück in Berlin habe ich zwei Yoga Lehrerinnen kennen gelernt, die genau den Yoga und Surf Retreat in Marokko veranstaltet haben. Sie haben mich gefragt, ob ich mitkommen will um Fotos und Videos für die beiden zu machen. Ich war total begeistert davon. Die beiden Lehrerinnen konnten im nächsten Jahr das Retreat leider nicht mehr organisieren, die Villa war aber schon gebucht: Ich wollte einfach, dass der Retreat wieder stattfindet: Natürlich wollte ich auch selbst wieder dabei sein. Da habe ich kurzerhand soulswell gegründet und zwei Yoga-Lehrer gefragt, bei denen ich auch schon Unterricht genommen hatte: Mascha Kuchjeda und Nico Streufert. Ich bin zwar der offizielle Verantwortliche für die Retreats, aber wir gestalten das als Team.

 

Das soulswell Team: Nico Streufert, Hendrik Thul und Mascha Kuchejda mit Sascha Mieke von @vollbeard (v.l.n.r.)

 

soulswell… was heißt das eigentlich? Ich denke da irgendwie an das Wohl der Seele…
(Lacht) Nee, nicht souls-well, sondern soul-swell. Also Seele und Dünung. Das ist für mich einfach eine schöne Metapher für die eigenen Seelenzustände und gleichzeitig die Verbindung zum Surfen: Beim Surfen ist man ja abhängig von der Dünung, dem sogenannten Swell. Also davon, wie die Wellen am Strand ankommen: mal eher stürmisch, mal ruhiger. Wir können es oft nicht beeinflussen, aber wir können lernen, damit umzugehen.

Was hat Dich eigentlich so begeistert, dass Du als Newbie in der Reiseorga gesagt hast: Das mache ich jetzt. Ich gründe soulswell.
Meine wichtigste Erinnerung an die erste Woche: Du warst den Nachmittag im Atlantik surfen und dann bist Du abends auf der Dachterrasse auf der Yogamatte. Du sitzt und meditierst und die Sonne verschwindet am Horizont allmählich im Atlantik… das ist einfach unbeschreiblich. Ich hatte zwar schon Erfahrung mit Yoga-Retreats, aber solche absolute Entspannung kannte ich noch nicht. Deswegen wollte ich da wieder hin und vor allem wollte ich diese tolle Erfahrung mit anderen teilen.

So einen Entspannungszustand kann man im Studio in Berlin-Mitte nicht erreichen?
Hmm… ja, das geht bestimmt auch. Aber in Retreats geht das natürlich einfacher. Klar, ganz allgemein liegt das natürlich daran, dass Du Dich mit so einem Retreat aus Deinem Alltag rausnimmst. Aber je fortgeschrittener Deine Yoga-Praxis ist, desto besser kannst Du natürlich entspannen. Und in so einer Woche kannst Du Dich natürlich ganz anders weiterentwickeln: Am Anfang ist der Handstand vielleicht noch unsicher… am Ende fällt Dir das schon viel leichter. Ich habe früh gelernt, dass Meditation mit einer Art Beobachtung zu vergleichen ist. Eine wertfreie Beobachtung des eigenen Zustandes. Und umso öfter Du in diesen Zustand kommst, umso entspannter bist Du. Natürlich geht das in einer solchen Umgebung besser. Aber das Besondere ist für mich echt die Kombination mit dem Surfen.

Das habe ich mich auch schon gefragt: Warum eigentlich gerade Yoga und Surfen?
Yoga und Surfen ergänzen sich einfach super: Für beides brauchst Du extrem viel Geduld. Über Nacht ist noch keiner ein “guter” Yogi oder Surfer geworden. Außerdem braucht es für beides Balance, Körperspannung, Kraft und Elastizität. Für mich verstärkt das Surfen noch mal die Entspannung: Wenn Du auf dem Brett im Wasser bist, spürst Du ganz direkt die entspannende Wirkung des Ozeans, die Kraft des Atlantiks… das kann man echt als erhaben beschreiben, das ist für mich immer ein wahnsinniger Glücksmoment. Gleichzeitig musst Du natürlich auch extrem achtsam sein, dem Wellengang gegenüber. Es geht um innere Ruhe und Kraft. Und den Umgang damit. Sowohl Yoga und Surfen können sehr kräftezehrend sein, aber wenn Du mit einer inneren Ruhe ran gehst, ist es eher spielerisch.

Und Du profitiert natürlich auch beim Surfen von den Atemübungen beim Yoga. (Grinst) Wer schon mal vor einer großen Welle vergessen hat tief einzuatmen, der weiß was ich meine… Außerdem finden sich viele Yoga Haltungen in der Bewegung beim Surfen wieder, zum Beispiel die Kobra, der heraufschauender Hund und der Krieger.

Ihr stimmt die Yoga Stunden also auch auf das Surfen ab?
Ja. Beim morgendlichen Yoga geht es vor allem um Flexibilität und Kraftaufbau in Rumpf und Schultern: So bist Du dann perfekt vorbereitet auf das Surfen tagsüber.

Abends machen wir Yin Yoga: Da geht es vor allem darum zu entspannen. Die Asanas werden sehr lange gehalten: So kommt die Entspannung auch in den Faszien an, also im Bindegewebe. Absolute Tiefenentspannung garantiert. So beugst Du auch dem Muskelkater durchs Surfen vor. Yin Yoga ist für mich der absolute Gegenentwurf zu unserem schnellen Alltag: Du konzentrierst Dich völlig auf Dich selbst… die Wogen des Alltags glätten sich sozusagen, die Seele hat Raum zum Atmen.

Echt? Kannst Du das in der Woche auch an Deinen Gästen sehen?
Klar, aber das ist natürlich für jeden anders. Aber es ist auf jeden Fall eine intensive Woche: Der eine probiert sich das erste Mal auf dem Surfbrett aus, der andere verbessert vielleicht einfach seine Yoga-Praxis, wird fitter. Bei dem nächsten kommen vielleicht auch Emotionen hoch, für die im Alltag kein Raum ist. Beim Abschied von der Villa sind aber alle ausnahmslos extrem happy und beschwingt… zurück nach Hause will in der Regel keiner.

 

 

Der Banana Beach am marokkanischen Atlantik… verständlich, dass da kaum einer zurück nach Hause will!

 

Kann ich mir vorstellen… hast Du Tipps, wie man das in den Alltag zu Hause integrieren kann, was man bei Euch gelernt hat?
Hmm… ich glaube das funktioniert anders herum: Nicht Yoga oder ein neues Bewusstsein sollte in den Alltag integriert werden: Es ist viel wichtiger den Alltag an das neue Bewusstsein anzupassen.

Hui, das hört sich gar nicht so einfach an…
Wenn Dir irgendwas wirklich nicht gut tut – dann raus damit, aus Deinem Leben. Ob es nun der falsche Job ist, Freunde, die Dir nicht gut tun, oder ein Hobby, das mehr nervt, als es Dir Kraft gibt. Entspannen bedeutet manchmal auch einfach Loslassen, mit seiner ganzen Aufmerksamkeit im Augenblick zu sein… Oft wissen wir auch schon was in uns Stress erzeugt, aber der Schritt etwas dagegen zu tun ist der eigentlich schwierige.

Wie ist das bei Dir? Ich meine bei den Stressfaktoren, die man eben nicht so einfach rausschmeißen kann?
Ich habe durch Yoga und Meditation Vorstellungen und Bilder entwickelt, die mir Kraft geben und die ich jederzeit wieder abrufen kann. Das kannst Du Dir wie ein Visualisierung vorstellen: Wenn ich mir diese Bilder vergegenwärtige, komme ich in einen starken, entspannten Zustand. So kann ich auch viel besser mit Stress umgehen. Oder das klassische “tief durchatmen” ist auch eine sehr effektive Technik um spontan Stress abzubauen. Ganz bewusst und mit voller Aufmerksamkeit Atmen. Danach löst sich mancher Stress wortwörtlich in Luft auf.

Bist da überhaupt noch gestresst?
(Lacht) Sehr selten.

Merk ich… Du könntest hier in Deutschland Entspannungskurse anbieten, finde ich.
Ja, ich find das ist eine ne tolle Vorstellung, Entspannung weitergeben zu können. Deshalb habe ich mich ja auch vor drei Jahren dazu entschieden soulswell zu gründen: Ich wollte, dass auch andere an diesen Ort in Marokko können. Ich spiele auch immer wieder mit dem Gedanken eine Ausbildung in Richtung Entspannungscoach zu machen. Die Vorstellung, dass Leute zu mir kommen um zu entspannen, finde ich großartig.

 

Eva Jasmin Thießen

 

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