Hart aber Herzlich: Saskia vom Original Bootcamp - YAS.life

Hart aber herzlich: Saskia Barkhoff und das Original Bootcamp

Lesezeit: 5 Minuten

Original Bootcamp trainiert im Park.

Hart aber herzlich: Saskia Barkhoff und das Original Bootcamp

Hui… Bootcamp hört sich ganz schön anstrengend an. Entsprechend nervös war ich selbst vor meinem ersten Training mit den “Booties”: Kann ich das als mehr oder minder durchschnittlich fitter Büromensch überhaupt durchhalten?
Meine Skepsis hat sich allerdings schnell aufgelöst: Denn die Gruppe direkt vor mir war nicht nur am Schwitzen – sondern auch am Lachen. Der Trainer: kein fieser Schwarzenegger, sondern ein gut gelauntes Mädel. Im Ergebnis hatte ich nicht nur Muskelkater sondern vor allem Feuer gefangen: Training mit Original Bootcamp macht halt einfach Spaß.
Original Bootcamp ist übrigens kein zufälliger Name: Gründerin Saskia Barkhoff war 2009 die Erste in Deutschland, die funktionelles Ganzkörpertraining im Freien angeboten hat – inspiriert vom Training im amerikanischen Militär und Leistungssport. Wie kommt man eigentlich dazu, einen solchen Trend anzustoßen? Ich habe mich mal mit Saskia unterhalten.

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Hey Saskia! Sag mal, wie bist Du eigentlich dazu gekommen, das Bootcamp zu gründen…?

Na ja, Sport habe ich schon mein ganzes Leben gemacht, natürlich auch bevor ich Sportwissenschaften studiert habe… ich bin da in meiner Familie sozusagen reingewachsen: Meine Mutter war Sportlehrerin und hat uns zu viel Bewegung ermutigt. Mit sieben habe ich angefangen Tennis zu spielen… für die nächsten zehn Jahre hatte ich dann zweimal die Woche Training. Auch mein Vater hat viel Sport gemacht, mit 16 habe ich dann angefangen regelmäßig mit ihm laufen zu gehen. Das war auch einfach ein schönes gemeinsames Ritual: Mein Vater hat immer sehr viel gearbeitet – aber sonntags haben wir zwei die Laufschuhe geschnürt. Das war unser gemeinsames Ding.

Aber Bootcamps gabs bei Euch zu Hause nicht, oder? Wie ist die Idee dazu entstanden?

(lacht) Nein, Bootcamps gab es bei uns zu Hause nicht. Aber die Idee zum Bootcamp ist schon auch ein bisschen aus dem Laufen entstanden: Als Läufer bist Du ja das ganze Jahr draußen, bei jedem Wetter –  ich bin ein ziemlicher Outdoor-Freak. Im Indoor Gerätepark zu trainieren ist nicht so meins. Allerdings fehlt beim Laufen das Krafttraining. Ich wollte Laufen mit funktionellem Krafttraining im Freien kombinieren. Dabei habe ich mich vor allem durch das funktionelle Training in den USA inspirieren lassen. Das war, als ich selbst gerade meine Ausbildung zum Personal Trainer gemacht habe. Mir ist aufgefallen, dass es sowas noch gar nicht in Deutschland gab. Ich wollte ein Training entwickeln, bei dem Leute aller Trainingsstufen im Freien gemeinsam fitter werden. Daraus ist dann letztlich die Idee zum Original Bootcamp entstanden.

Ich war ja vor der ersten Stunde ganz schön nervös, dass ich da überhaupt mithalten kann… aber es hat dann doch gut funktioniert, obwohl die Leute in der Gruppe ganz unterschiedlich fit waren…

Ja, viele fragen sich, wie das gehen soll, ganz verschiedene Trainingslevel miteinander trainieren zu lassen. Das funktioniert einfach deshalb, weil wir nicht mit Wiederholungszahlen sondern mit Belastungszeiten arbeiten. Klar, wenn derjenige neben Dir 20 Wiederholungen schafft und Du nur fünf, das ist demotivierend. Deshalb hast Du im Original Bootcamp zum Beispiel 60 Sekunden Belastung und zehn Sekunden Pause – wie viele Wiederholungen Du in der Zeit schaffst, spielt keine so große Rolle. Außerdem erklären unsere Trainer immer verschiedene Schwierigkeitsgrade einer Übung  – so kann auch eine Gruppe ganz unterschiedlicher Trainingslevel zusammen trainieren und fit werden!

Training im Park mit Original Bootcamp.

Das Gym ist Draußen: Für Original Bootcamp gilt das zu jeder Jahrezeit.

Das scheint ja auch zu klappen! Auf Euer Website findet man viele Erfolgsstories von Euren Booties… was glaubst Du: Was ist Euer Erfolgsrezept?

Ganz wichtig ist natürlich der verbindliche Termin: Ohne verbindlichen Termin sind dann doch zu schnell Ausreden gefunden, was anderes zu machen. Klar, Verbindlichkeit hat man auch, wenn man sich zum Beispiel für einen Kickbox-Kurs anmeldet. Aber das wirklich Besondere ist die Beziehung innerhalb der Gruppe und zum Trainer. Deshalb trainieren bei uns auch maximal zwölf Leute zusammen: Das ist nicht nur wichtig, um eine gute Betreuung zu gewährleisten, dadurch kann auch überhaupt erst eine solche Bindung entstehen. Wenn da jemand öfters weg bleibt, fragt der Trainer auch nach, was denn da los ist. Es gibt also jemanden, der Dir liebevoll in den Allerwertesten tritt. Unsere Trainer ermutigen unsere Booties dazu ihre Grenzen auch mal auszutesten – aber das passiert immer mit viel Spaß und einer positiven Haltung.
Das ist es auch, was ich selbst seit meiner Kindheit kenne: Natürlich hatte auch ich nicht immer Lust auf meine Tennisstunden oder die Laufrunden: Aber wenn man erst mal einen fixen Termin hat und Leute, die auf einen warten… dann geht man in der Regel dann doch. Und hat Spaß.

Werden Eure Trainer da besonders für geschult?

Na klar! Wir haben regelmäßig Fortbildungen für unsere Trainer in Köln, außerdem wird jeder Trainer zu Beginn zwei Tage in unserem Konzept geschult. Es ist einfach super wichtig, gute Trainer zu haben. Es braucht schon jemand mit entsprechenden Fachkenntnissen, um ein sinnvolles Training zusammenzustellen und die Ausführung der Übungen auch zu korrigieren. Da reicht es nicht, mal eben einen zweitägigen Trainerschein zu machen. Deshalb motivieren wir unsere Trainer dazu, sich fortlaufend weiterzubilden.

Wie war das am Anfang, als Du die ersten Bootcamps gemacht hast?

Puh… der Anfang war richtig hart. Ich habe alleine im Kölner Stadtwald angefangen. Wenn das Wetter nicht passte, sind die Leute anfangs oft einfach nicht gekommen… und ich habe das Ganze auch noch zum Winter hin gestartet. Oft genug habe ich dann allein trainiert… das war phasenweise richtig frustrierend. Aber im ersten Jahr muss man sich einfach durchbeißen. Dranbleiben. Das ist natürlich nicht einfach… aber wenn man an seine Idee glaubt, lässt sich auch das durchhalten.

Wie war das denn unabhängig vom Wetter? Ihr wart ja echt die Ersten, die Bootcamps in Deutschland angeboten habe… hattest Du da auch mit Vorurteilen zu kämpfen?

Und wie! Du kannst das gar nicht glauben… wir haben zwar von Anfang darauf geachtet, unsere positive Haltung zu kommunizieren. Trotzdem wurde unser Bootcamp von vielen eins zu eins mit militärischem Drill gleichgesetzt. Wir haben sogar Anrufe von überforderten Eltern bekommen… die wollten ihre rebellierendes Teenies für militärische Erziehungsmaßnahmen vorbeischicken. Das hat natürlich gar nix mit dem Original Bootcamp zu tun…

Das hat sich aber inzwischen geändert, oder? Ich meine die Vorurteile.

Ja, total! Das liegt natürlich auch daran, dass Bootcamp Training in Deutschland kein solches Neuland mehr ist. Insgesamt ist auch das Interesse an Outdoor Sport viel größer geworden, in den letzten Jahren. Gerade in den Städten – die Leute wollen doch einfach wieder mehr in die Natur!

Was gefällt Dir am Besten am Bootcamp, an Deiner Arbeit?

Also… mir geht jedesmal das Herz auf, wenn ich am Kölner Fernsehturm vorbei fahre und verschiedene Gruppen gerade im Park am Trainieren sind… Da kommen Leute im Freien zusammen, werden gemeinsam fit und haben einfach Spaß dabei. Das ist unsere große Leidenschaft im Original Bootcamp Team und ich bin stolz und sehr dankbar, dass ich mit so vielen tollen Persönlichkeiten zusammenarbeiten darf.
Das hat mir als Personal Trainer übrigens echt gefehlt: Du arbeitest zwar immer mit einem Klienten zusammen, aber im Endeffekt bist Du mit Deiner Arbeit allein. Denn was für all unsere Booties gilt, gilt natürlich auch für mich: Zusammen kommt man einfach viel, viel weiter. Mein Mann macht zum Beispiel die ganze Strategie, die Business Pläne und Finanzen… ohne unser Team und das Commitment unserer Trainer, wäre das Bootcamp niemals das geworden, was es heute ist.
Das gefällt mir auch besonders gut an meiner Arbeit: Dass es immer weiter geht mit dem Original Bootcamp, wir entwickeln immer wieder neue Ideen, kommen nicht zum Stillstand. Wir sind auch schon dabei, was Größeres für 2018 zu planen… Ihr dürft gespannt sein!

Eva Jasmin Thießen

 

Bildquelle: Shutterstock.com / Martin Novak

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