Sport-Experte Matthias: Wie er Krawatte gegen Laufschuh eintauschte – YAS.life

Sport-Experte Matthias: Wie er Krawatte gegen Laufschuh eintauschte

Lesezeit: 4 Minuten

Coach Matthias

Sport-Experte Matthias: Wie er Krawatte gegen Laufschuh eintauschte

Matthias ist Sportwissenschaftler und einer unserer Gesundheitsexperten im YAS.life Team. Aber was macht man eigentlich als Gesundheitsperte bei YAS.life? Natürlich: Dir tolle Tipps geben, zum Beispiel zum richtigen Laufstil. Außerdem entwickelt Matthias gemeinsam mit Lena und dem ganzen Produkt-Team die App YAS weiter, um Dich mit viel Spaß zu einem gesunden Lifestyle zu motivieren.

Aber was hat Matthias eigentlich vor YAS.life gemacht? Zum Beispiel: zehn Jahre lang in der Leistungsdiagnostik gearbeitet, das heißt, er hat unter anderem die Ausdauer von Athleten gemessen und daraus Tipps für ihr Training abgeleitet. Davor ist Matthias als Leichtathletik-Profi vor allen Dingen: gelaufen.

Hallo Matthias! Sag mal: Wie bist Du eigentlich zum Laufen gekommen? Und was hat Dich so begeistert?

Ach, ich bin schon als Grundschüler in den Leichtathletik-Bereich gerutscht: Das hatte da aber noch nichts mit Leistungssport zu tun. Mir hat es einfach nur Spaß gemacht im Schulverein zu trainieren: Da hatte ich meine ganzen Freunde, Trainieren war einfach mein Hobby.

Deine Leichtathletik-Karriere hat also schon im Grundschulalter begonnen?

Eigentlich schon… allerdings hatte in meiner Jugend unfreiwillig den Schongang eingelegt. Der Sportverein wurde nämlich leider aufgelöst, als ich so 12 Jahre alt war. Damit sind mir meine Trainingsstrukturen weggebrochen. Ich habe zwar weiterhin mit meinen Freunden trainiert: allerdings dann nur noch drei- bis viermal, statt siebenmal die Woche mit Trainer. Dadurch sind meine Leistungen natürlich ziemlich stagniert: Ich bin weiterhin Wettkämpfe gelaufen, bin aber in dieser Zeit ziemlich unter meinem Potential geblieben.

Und wie bist Du dann rausgekommen, aus dieser Tiefphase?

Das habe ich Wilhelm zu verdanken: Auf einem kleinen lokalen Wettkampf hat er mich und meine Freunde aufgegabelt. Er hat erkannt, dass wir zwar Potential hatten, aber unsere Leistung deutlich darunter lag (lacht). In den 60ern gehörte Wilhelm selbst zur deutschen Spitze im Langstreckenlauf. Und nachdem er mich und meine Freunde kennen gelernt hatte, war Wilhelm unser Trainer. Ich habe viele verschiedene Trainer gehabt: Aber ich habe sonst niemanden erlebt, der mit soviel Herzblut dabei ist. Heute ist Wilhelm ein guter Freund von mir und trainiert mit über 80 Jahren übrigens immer noch Athleten.

Zusammen mit Wilhelm habt Ihr dann wieder angefangen professionell zu trainieren?

Ja. Das Ganze lief dann parallel zu meiner Ausbildung zum Bankkaufmann.

Hui… eine 40-Stunden-Woche in der Bank plus Profi-Training?

Ganz genau: Vor und nach der Arbeit stand für mich noch jeweils eine Trainingseinheit an. Ohne Wilhelm hätte ich die Doppelbelastung nie ausgehalten: auf professionellem Niveau zu trainieren ist allein schon ein Fulltime-Job. Aber Wilhem hat mich da durch gecoacht: Der war auch im kältesten Winter morgens um 06:00 Uhr mit Fahrradlampe und Stoppuhr  auf der Laufbahn, um mir die Zeiten zuzurufen. Von Wilhelm habe ich gelernt, was Willensstärke ist. Auch meine Kollegen in der Bank haben mich super unterstützt. Zwei Jahre nach Ausbildungsende habe ich mich trotzdem von der Bank verabschiedet. Die 40-Stunden-Woche hat meinen Erfolgen einfach im Weg gestanden: Ich habe mich fürs Laufen entschieden. Und bin für ein Sportstudium nach Göttingen gezogen.

Und… hat sich Deine Leistung auch so sehr verbessert, nachdem Du den Job aufgegeben hattest?

Ja, total! Obwohl Wilhelm ein super Coach war: Erst in Göttingen hatte ich die perfekten Bedingungen zum Trainieren ausreichend Zeit, einen ganzen Verein als Unterstützung und natürlich das neue Wissen durchs Studium. Während meiner Zeit in Göttingen bin ich dann auch meine besten Zeiten überhaupt gelaufen, obwohl ich mit Ende 20 den Höhepunkt meiner Leistungsfähigkeit schon überschritten hatte. Aber die Bedingungen waren besser als je zuvor: Mit 28 bin ich dann meine Bestzeit gelaufen: 800 Meter in 1:48 Minuten. Zwei Jahre später habe ich dann allerdings meine Spikes an den Nagel gehängt.

Wie war das, Deine Sport-Karriere zu beenden?

Na ja, ein bisschen Wehmut ist ja immer dabei, wenn eine wichtige Phase zu Ende geht. Aber ich habe meine Laufkarriere glücklich beendet – ich konnte auf jede Menge anstrengende aber schöne Erfolge zurückblicken. Diese zwei Stadionrunden waren immer aufregend, taten auch ziemlich weh: danach einfach ein verdammt gutes Gefühl. Jeder Athlet träumt wohl von noch größeren Triumphen. Aber ich wusste, dass ich mein Maximum ausgeschöpft hatte. Außerdem stand ja die nächste inspirierende Phase an: Ich bin in die Leistungsdiagnostik gewechselt, habe also anderen beim Trainieren geholfen.

Warum war das so spannend für Dich, in die Leistungsdiagnostik zu gehen?

Na ja: Zum einen habe ich neuen fachlichen Input bekommen, ich habe mit vielen verschiedenen Experten aus Medizin, Biomechanik oder zum Beispiel Physiotherapie zusammengearbeitet. Das war für mich selbst total bereichernd. Außerdem habe ich meine neue Leidenschaft entdeckt: All das Wissen weiterzugeben, das ich mir durch meine eigene Sportlerkarriere und durch das Studium angeeignet habe. Und ob man jetzt mit Europa-Meistern zusammenarbeitet oder mit der Rentnerin, die sich wieder mehr bewegen will: Beides ist eine Herausforderung: Höchstleistungen noch weiter zu verbessern oder Motivieren, ohne zu Überfordern.

Was sind eigentlich Deine wichtigsten Tipps, für Hobby-Sportler zum Beispiel?

Ganz grundlegend: Setze Dir realistische Ziele. Höre auf Deinen Körper. Wenn etwas schmerzt, hat das in der Regel einen Grund. Natürlich solltest Du Dir selbst auch mal ein wenig in den Hintern treten, um Erfolge zu erzielen oder auch einfach regelmäßig Sport in den Alltag zu integrieren. Aber falscher Ehrgeiz ist genauso gefährlich wie zu wenig Bewegung. Bist Du erkältet, gehörst Du auf die Couch, nicht auf den Sportplatz: auch wenn das Deinem Trainingsplan im Wege steht. Ein ganz persönliches Coaching können solche allgemeinen Tips natürlich trotzdem nicht ersetzen.

Und läufst Du selbst heute noch?

YAS! So drei Mal die Woche schnüre ich die Laufschuhe – einfach weil es Spaß macht, weil es meinem Körper gut tut. Bewegung ist der Schlüssel zu mehr Lebensqualität. Deshalb arbeite ich auch so gerne mit an der YAS App: Menschen zu einem vitalen Lebensstil zu motivieren, ist für mich eine tolle Herausforderung!

Vielen Dank, Matthias!

Eva Jasmin Thießen

 

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