Gesundheit durch Sport Corona Prävention

Gesund durch Sport – Gerade in Zeiten von Corona

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Ein Update zur andauernden Pandemie – Wir schreiben mittlerweile das dritte Jahr der Corona-Pandemie und ein Ende ist weiter unklar. Regelmäßige Bewegung ist gut für die Gesundheit und das gilt insbesondere auch im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Der Beitrag fragt auf Basis des aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstandes nach der Bedeutung von körperlicher Aktivität und zeigt am Beispiel einer Health-App, wie man digital zu mehr Bewegung motivieren kann.

Lesedauer: 6 Minuten

Bedeutung von Bewegung für die Gesundheit

Sport ist unbestritten eine wichtige Säule zur Förderung der körperlichen und geistigen Gesundheit. Regelmäßige Bewegung ist wichtig für den Körper aller Altersgruppen und es ist nie zu spät, sich mehr zu bewegen, um die Gesundheit zu verbessern. Mit einem gesunden Lebensstil, zu dem zweifelsohne regelmäßiger Sport zählt, können Erkrankungen wirksam vorgebeugt werden. Bewegungsmangel hingegen stellt einen bedeutsamen Risikofaktor für die Volkskrankheiten Diabetes Typ 2, Krebs-, Herz-Kreislauf-Erkrankungen & Co dar. Weltweit sind zum Beispiel 7-8 % aller Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf unzureichende Bewegung zurückzuführen (Katzmarzyk et al., 2022). Diejenigen, die das empfohlene Maß an körperlicher Aktivität einhalten, haben ein um 20-30 % geringeres Risiko für einen vorzeitigen Tod.

Der aktuelle Report „Global status report on physical activity 2022“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeichnet derzeit ein alarmierendes Bild in puncto Sport & Bewegung: Große Teile der Weltbevölkerung bewegen sich deutlich zu wenig. Körperliche Inaktivität verursacht demnach rund 50 Millionen neue Zivilisationserkrankungen. Aus wirtschaftlicher Sicht kostet die körperliche Inaktivität die Gesundheitssysteme weltweit etwa 27 Milliarden US-Dollar jährlich.

Wie in Abbildung 1 zu sehen, schneidet Deutschland mit einem miserablen Bewegungszeugnis der WHO ab: 44 % der erwachsenen Frauen und 40 % der Männer gelten als Bewegungsmuffel, da sie die empfohlenen Mindestwerte von 150 min moderater bzw. 75 min intensiver aerober Aktivität pro Woche nicht erreichen. Dabei muss es gar nicht immer Sport oder ein Fitness-Studio bedeuten. Mit moderatem Training im Alltag, wie Radfahren zur Arbeit, Treppe statt Fahrstuhl oder dem Verdauungsspaziergang in der Mittagspause, wäre schon eine Menge erreicht.

Bewegung im Vergleich

Abbildung 1: Aktuelles Sportzeugnis der WHO – Bewegungsarmes Deutschland im Vergleich (vgl. WHO Country Profiles unter: https://www.who.int/teams/health-promotion/physical-activity/global-status-report-on-physical-activity-2022) Anteil derer, welche das von der WHO empfohlene Mindestmaß an Bewegung zur Gesunderhaltung nicht erreichen.

Sport während Corona-Pandemie

Mit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie waren zeitweise die Möglichkeiten für Bewegung & Sport aufgrund restriktiver Vorgaben, wie Schließung von Sportanlagen oder Quarantänemaßnahmen, temporär stark eingeschränkt. Wenngleich Corona derzeit weiterhin ein Thema scheint, die Pandemie offiziell andauert und der anstehende Winter wohl keine eindeutige Anspannung von Infektionszahlen erwarten lässt, sind rückblickend auf 2022 die Optionen auf das Sporttreiben bezogen wieder deutlich verbessert. Das ist insofern relevant, als Sport auch in Anbetracht von Corona einen wichtigen gesundheitlichen Nutzen liefert.

Für Deutschland haben BECK et al. (2022) in Ihrer aktuellen Übersichtsarbeit im Kontext der Corona-Situation aufgezeigt, dass es seit Beginn der Pandemie im Jahr 2020 bis jetzt insgesamt zu einer Reduzierung sowie diversen Verschiebungen des Sportverhaltens hierzulande kam. Die ausgeübten Sportarten verlagerten sich hin zu mehr Ausdauersport, wie Jogging oder Radfahren und Krafttraining, welches in Eigenregie absolviert werden kann. Ebenso erhöhten sich die Anteile von Home-Fitness, digitale Anwendungen als auch Sport, welcher ohne viel Ausrüstung betrieben werden kann. Die Menschen setzten fortan auch verstärkt auf sportliche Belastungen mit niedriger Intensität, also moderatem Training.

Da gesundheitliche Effekte durch körperliche Aktivität neben Sport auch Bewegung im Alltag einschließen, sind in diesem Zusammenhang Daten zu täglichen Schritten ebenso von Interesse. So sind die populären 10.000 Schritte am Tag in Anlehnung an die WHO-Bewegungsempfehlungen zu interpretieren. Im Fachjournal LANCET wurden nun umfassende Daten einer weltweiten Studie aus dem Zeitraum 01/2019 bis 02/2022 publiziert (TISON et al. 2022). Hier konnte gezeigt werden, dass sich das weltweite Schritteverhalten zwar etwas erholen konnte, aber im Vergleich zum Ausgangswert (ohnehin nur 5.323 Schritte pro Tag) nach wie vor erniedrigt blieb.

Digitale Ge(h)sundheit in Zeiten von Corona: Das Beispiel der Health-App von YAS.life

Unter dem Namen YAS.life entwickelt die MAGNUM EST Digital Health GmbH digitale Anwendungen als White-Label-Lösungen für Krankenkassen, Versicherungen und Unternehmen im Bereich Gesundheitsmanagement. Körperliche Aktivität und Fleiß sollen sich nicht nur physisch lohnen: YAS.life bietet eine eigene, innovative Fitness-App als Bonusprogramm. Für die App-Nutzung ist es lediglich erforderlich, eine Fitness-App (z.B. Apple Health, Google Fit) oder einen gängigen Fitness-Tracker (z.B. Fitbit, Polar, Garmin) mit der YAS-App zu synchronisieren. In der App werden zahlreiche Gamification-Elemente und Behavior Change Techniques verwendet. Mithilfe der App können Nutzende diverse Prämien für körperliche Aktivität, wie Gehen (Schrittezahl), gesunde Ernährung, Achtsamkeit und präventive Vorsorge erhalten. Ziel des Unternehmens ist es, so auf lange Sicht mehr Menschen für einen gesunden Lebensstil zu motivieren und mit den Partnern langfristig attraktive Benefits für körperlich aktive Menschen zu bieten. Zukünftig will man so gemeinsam noch mehr Synergien schaffen und über die App Kunden für einen aktiven Lebensstil begeistern und gleichzeitig belohnen.

Um einen optimalen Vorher-/ Nachher-Vergleich mit Langzeiteffekten untersuchen zu können, wurde das Bewegungsverhalten hinsichtlich täglicher Schritte bei den Usern untersucht, welche bereits vor Corona die YAS-App nutzten (Daten im 5-stelligen Bereich). Die in den internationalen Studien zuvor beschriebene Reduzierung körperlicher Aktivität im Zeitrahmen der Pandemie zeigte sich in dieser Längsschnittuntersuchung nicht. Stattdessen konnten YAS-Nutzer*innen Ihre durchschnittliche Schrittezahl pro Tag in den Jahren 2020/21 stabilisieren und in 2022 sogar um etwa 4 % moderat erhöhen.

Die Zahlen stehen im Einklang mit der aktuellen Literatur zu ePrävention im Kontext der COVID-19-Pandemie. So unterstrichen Panicker et al. (2022) in Ihrer Metaanalyse „Wearables on Vogue“, dass die digitalen Helferlein ein adäquates Mittel zur Verbesserung der körperlichen Aktivität und zur Verringerung des sitzenden Verhaltens während der COVID-19-Pandemie darstellen.

Sport und Corona - Bewegung macht negative COVID-Ereignisse unwahrscheinlicher

Zwischenzeitlich finden sich zahlreiche Forschungsarbeiten zur gesundheitlichen Wirkung von Sport und Corona. So quantifizierte eine spanische Forschergruppe kürzliche in einer Meta-Analyse den Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und dem Risiko einer SARS-CoV-2-Infektion, einer COVID-19-assoziierten Krankenhauseinweisung, einer schweren Erkrankung und des Todes aufgrund von COVID-19 bei Erwachsenen (Ezzatvar et al., 2022). Insgesamt hatten diejenigen, die sich regelmäßig körperlich betätigten, verglichen mit ihren inaktiven Altersgenossen, ein durchschnittlich um 11 % geringeres Risiko für Infektionen, ebenso 36 % für Krankenhausaufenthalte, 34 % für schwere COVID-19-Erkrankungen und 43 % für COVID-19-bedingte Todesfälle.

Regelmäßige körperliche Aktivität scheint mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit negativer COVID-19-Ergebnisse verbunden zu sein. Diese Ergebnisse unterstreichen den protektiven Charakter ausreichender und regelmäßiger körperlicher Aktivität und heben die Bedeutung von Sport auch im Zusammenhang mit Corona als Präventionsmaßnahme hervor.

Die langfristigen Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion hingegen können weitreichend sein. Den Krankenstand von Mitarbeitern mit Long Covid betreffend, hat die Techniker Krankenkasse in einem Gesundheitsreport im Juli 2022 veröffentlicht: Die Patienten waren vergleichsweise lange Zeit krankgeschrieben, im Durchschnitt 105 Tage. Auch in der medizinischen Therapie von Long Covid wird individuell betreutes, sportliches Training als Behandlungsmöglichkeit eingesetzt.

Ein Großteil der Bevölkerung ist mittlerweile mit dem Coronavirus ein- oder mehrmals infiziert gewesen. Spätestens im Zuge einer Infektion stellt sich für viele recht bald die Frage eines sinnvollen Sport-Wiedereinstiegs. Im Sommer erschien hierzu die neueste Empfehlung eines Expertengremiums führender deutscher Sportmediziner zum Thema „Return to Sports“. Wann man nach einer Corona-Infektion wieder mit dem Sport beginnen kann, richtet sich nach dem Schweregrad der Verlaufsform sowie der Symptomatik (Steinacker et al., 2022).

Fazit

Angesichts der Ungewissheit über die Dauer der anhaltenden Corona-Situation ist die Förderung der körperlichen Aktivität in allen Bevölkerungsgruppen von entscheidender Bedeutung. Health-Apps, die mittels Gamification und Incentivierung niederschwellig zu mehr Bewegung motivieren, können hierbei im Sinne von ePrävention einen wertvollen Beitrag leisten.

Über den Autor

Dr. Matthias Jaworski
Dr. Matthias Jaworski

Sportwissenschaftler & Präventionsexperte bei YAS.life

Wenn Du Fragen oder Anregungen hast, freue ich mich über Deine Kontaktaufnahme: matthias@yas.life

Quellen

  • Beck F, Siefken K, Reimers AK. Physical activity in the face of the COVID-19 pandemic: changes in physical activity prevalence in Germany. Dtsch Z Sportmed. 2022; 73: 175-183. doi:10.5960/dzsm.2022.537
  • Ezzatvar Y, Ramírez-Vélez R, Izquierdo M, Garcia-Hermoso A. Physical activity and risk of infection, severity and mortality of COVID-19: a systematic review and non-linear dose-response meta-analysis of data from 1 853 610 adults. Br J Sports Med. 2022 Aug 22:bjsports-2022-105733. doi: 10.1136/bjsports-2022-105733. Epub ahead of print. PMID: 35995587.
  • Katzmarzyk PT, Friedenreich C, Shiroma EJ, Lee IM. Physical inactivity and non-communicable disease burden in low-income, middle-income and high-income countries. Br J Sports Med. 2022 Jan;56(2):101-106. doi: 10.1136/bjsports-2020-103640. Epub 2021 Mar 29. PMID: 33782046; PMCID: PMC8478970.
  • Panicker, R.M., Chandrasekaran, B. “Wearables on vogue”: a scoping review on wearables on physical activity and sedentary behavior during COVID-19 pandemic. Sport Sci Health 18, 641–657 (2022). https://doi.org/10.1007/s11332-021-00885-x
  • Steinacker JM, Schellenberg J, Bloch W, Deibert P, Friedmann-Bette B, Grim C, Halle M, Hirschmüller A, Hollander K, Kerling A, Kopp C, Mayer F, Meyer T, Niebauer J, Predel HG, Reinsberger C, Röcker K, Scharhag J, Scherr J, Schmidt-Trucksäss A, Schneider C, Schobersberger W, Weisser B, Wolfarth B, Nieß AM. Recommendations for return-to-sport after COVID-19: Expert consensus. Dtsch Z Sportmed. 2022; 73: 127-136. doi:10.5960/dzsm.2022.532
  • Tison GH, Barrios J, Avram R, Kuhar P, Bostjancic B, Marcus GM, Pletcher MJ, Olgin JE. Worldwide physical activity trends since COVID-19 onset. Lancet Glob Health. 2022 Oct;10(10):e1381-e1382. doi: 10.1016/S2214-109X(22)00361-8. Epub 2022 Aug 31. PMID: 36057269; PMCID: PMC9432866.
  • World Health Organization (2022). Global status report on physical activity 2022. ISBN: 9789240059153. Unter: https://www.who.int/publications/i/item/9789240059153
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